Nach über 30 Jahren im Einsatz als Museumsdampflok, und nachdem unser braves "Liesele" nun in 25 Betriebssaisonen brav fast jeden Holzklassezug gefördert hat, ist es an der Zeit eine gründliche Reparatur des nun doch abgezehrten Kessels durchzuführen.
Schon vor 3 Jahren war eine größere Reparatur an den Stehbolzen der Stiefelknechtplatte erforderlich, und da hat man gesehen dass es bald weiter gehender Erneuerung bedarf. Die Feuerbüchse als am stärksten belastetes Bauteil ist bis fast zur zulässigen Grenze abgezehrt und wird erneuert, Das wurde schon in den vergangenen Jahren durch Herstellung der erforderlichen Kümpelteile, zusammen mit denen für Lok 11, vorbereitet. Nach Beendigung der Betriebssaison 2025 wurde die Lok am 9.10. 2025 für die Dauer der Reparatur außer Betrieb genommen. Es ist nicht sicher, ob die Lok noch in der Saison 2026 wieder in Betrieb gehen wird.
| Zunächst mussten alle Anbauteile an Kessel und Führerhaus demontiert werden. Die sind inzwischen sauber auf Paletten sortiert eingelagert, damit sie a)aufgearbeitet und b)später auch wieder richtig zugeordnet werden können. | ![]() |
![]() | Sodann konnte mit dem großen gelben Kran das Führerhaus abgehoben werden. Vorsicht, nicht unter schwebende Lasten treten! |
| Danach konnte auch der Kessel abhoben werden. Unglaublich, woran der noch alles hängen oder sich verhaken kann. Gaaanz vorsichtig! | ![]() |
![]() | Hier steht das gute Stück, aufgepallt auf einer nicht schienengebundenen Lafette, damit das Werkstück auch bewegt werden kann, z.B. wenn jetzt demnächst Tag der offenen Lokschuppentür ist. Zur Befundung ist schon ein gutes Stück der Kesselbekleidung demontiert. |
| Mit dem Mutigen Einsatz der Trennschleifgeträte und des Trennschweißgerätes - vulgo "Schlauchschere" - wurden dann alle Stehbolzen ausgebohrt oder abgetrennt und die Feuerbüchse zerteilt und entfernt. Im Bild sieht man danach links unten den Bodenring: Die Lok hat ja einen geschweißten Neubaukessel, daher ist auch der Bodenring in moderner Halbschalentechnik ausgeführt. | ![]() |
![]() | Mit einem Ultraschallsensor wurde dann der Kesselmantel an vielen Stellen auf seine Wandstärke geprüft. Hier ist schon angezeichnet, was am Stehkessel ausgetauscht werden muss. Am Langkessel meinte man zunächst noch davongekommen zu sein, aber Beprobung von Innen und Außen nach sorgfältiger Entfernung von Rost und Kalk ergab doch auch am Lankesselboden Ergebnisse nach an der Abzehrungsgrenze, so dass auch ein großes SDtück des Lankesselbodens ausgetauscht werden muss. |
| Da ist der Ersatz eines Waschlukensitzes noch eine überschaubare Übung. Das alte Futter heraustrennen, die Öffnung für das neue Bauteil passend zurichten, und das - als eines der wenigen Ersatzteile kommerziell verfügbare - neue Bauteil einpassen und heften kann die HMB Mannschaft mit "Bordmitteln" machen. Die auszutauschenden Teile am Stehkessel und die Waschlukensitze wurden vor einiger Zeit dann von einer akkreditierten Fachfirma geschweißt. Eine Woche für 5 m Schweißnähte! Die haben aber sehr sorgfältig gearbeitet, die Kanten der Teile mussten genau fluchten bevor die angefangen haben. | ![]() |
![]() | Hier zum Schluss noch ein Stilleben der verschiedenen Dampf-, Luft-, Sand- und Ölleitungen. Und da ist keine dabei die nicht wirklich nötig wäre! |








