Auf einer alten Mehrbild–Postkarte wurde der Bahnhof Ebnat abgebildet. Der Scan musste stark vergrößert werden, aber die Milchkannen kann man eindeutig ausmachen.(Foto: Archiv HMB)


Theresia Ehlert hat bei einem unserer Museumsbahnertreffen unserem Vereinsmitglied Jürgen Bucher die hier wiedergegebene Geschichte erzählt:

„Der Zugführer vom Härtsfeldbähnle hat öfters beim Aufenthalt auf meinem Bahnhof zu mir neigschaut und ein Schwätzle g‘halte ...

Immer wieder haben sich zu der Zeit ein paar Raben am Bahnhof rumgetrieben. Einer davon ist immer auf die Milchkanne gsesse und hat de Leut zugschaut.

Eines Tages, als der Zugführer wieder zu seinem Zügle wollt, war es aber nicht mehr da.

Ganz entsetzt hat er die ausgestiegenen Reisenden gefragt, wo denn der Zug sei?

Da haben die Leute zu ihm gesagt: „Der Rab do hat d‘Abfahrt pfiffa!" - …

Der Lokführer hat sich wohl nicht umgeschaut, dann ist der Zug halt tapfer abgefahren.

Da haben wir halt am nächsten Bahnhof angerufen, dass der Zug zurückgeschickt wird, damit der Zugführer sei Zügle wieder hat!“



... und hier kann man auch den Raben erkennen (Foto: Jürgen Bucher)


Theresia Ehlert, genannt „Resle“, war Bahnagentin auf dem Bahnhof Ebnat. Sie war der Bahn und auch dem Museumsbahn-Verein ein Leben lang verbunden. Die Bahnagenten-Stelle auf dem Bahnhof Ebnat wurde von Generation zu Generation weitergegeben, fast eine Dynastie: zuerst Christian bzw. eigentlich dessen Frau Scholastika Hafner, dann deren Sohn Josef Hafner bzw. eigentlich seine Frau, und dann ab Mitte der 1950er Jahre deren Tochter Theresia. Ab dem 1. Mai 1966 bis zum Ende der Härtsfeldbahn im Jahr 1972 war schließlich Hilde Csrenko als Bahnagentin tätig. Man kann „das Resle“ sogar im Film sehen: In der Eisenbahnromantik – Sendung zum 100jährigen Jubiläum berichtet sie bei Minute 10:50 über Ihre Tätigkeit bei der Bahn.